Rauchabzug: bewährte RWA-Systeme

Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, kurz RWA, sind seit Jahrzehnten bewährter Bestandteil von Brandschutzkonzepten. Im Brandfall öffnen sich, automatisch oder manuell ausgelöst, Fenster und Oberlichter im Fassaden- sowie Dachbereich, über die heiße und toxische Rauch- und Brandgase aus dem Gebäude abgeführt werden. Gleichzeitig wird über Wandöffnungen, wie zum Beispiel Eingangstüren, Frischluft von unten zugeführt. Da hier die ohnehin vorhandenen Gebäudeöffnungen genutzt werden, bieten RWA-Systeme für den Rauchabzug besonders wirtschaftliche und wirkungsvolle Lösungen ohne hohe Investitionskosten. Im Falle einer behördlich geforderten Rauchabzugsanlage kommen zertifizierte, natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte, sogenannte NRWG nach DIN EN 12101-2, zum Einsatz. RWA-Lösungen mit elektromotorisch betriebenen Fenstern und Oberlichtern bieten neben dem effizienten Rauch- und Wärmeabzug noch einen zusätzlichen Mehrwert: Als Bestandteil von kontrollierten natürlichen Lüftungssystemen können sie rund um die Uhr durch bedarfsgerechten Luftwechsel ein behagliches Raumklima sicherstellen und damit gleichzeitig auch möglicher Feuchteschäden und Schimmelbildung vorbeugen. Ein Vorteil, der sich doppelt rechnet. 

Funktion und Wirkung des natürlichen Rauchabzugs

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) sind Teil des vorbeugenden anlagentechnischen Brandschutzes. Sie sollen durch natürlichen Rauchabzug die Folgen eines Schadensfeuers minimieren und die Ausbreitung eines Brandes verhindern.

Lebensgefahr durch Brandrauch

Der Brandtod durch Hitze und Flammen ist relativ selten. Über 90 Prozent der Brandopfer sterben durch Einatmen des toxischen und korrosiven Brandrauchgemischs.

Schutzziele

Bei der Planung von Brandschutzkonzepten nehmen RWA-Anlagen eine zentrale Rolle ein. Generell können drei unterschiedliche Schutzziele als Mindestanforderung an ein Gebäude durch anlagentechnische Maßnahmen erreicht werden.

Arten der Entrauchung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Rauchableitung, Rauchabzug und natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) sind Maßnahmen zur Entrauchung, die unterschiedliche Schutzziele verfolgen. Daher benötigen sie verschiedenartige Lösungen in puncto Technik und Funktionssicherheit.

Systeme und Komponenten bei RWA-Anlagen

RWA-Anlagen mit automatisierten Fenstern und Oberlichtern lassen sich neben effizientem Rauch- und Wärmeabzug auch für die nutzerunabhängige kontrollierte natürliche Lüftung (KNL) einsetzen. Eine Doppelfunktion mit zusätzlichem Mehrwert.

Projektierung, Bemessung, Montage, Funktionsprüfung und Inbetriebnahme

Ab- und Zuluftöffnungen wie Fenster, Lichtkuppeln und Oberlichter müssen so dimensioniert sein, dass im Öffnungsmodus die vorgeschriebene geometrische oder aerodynamische Fläche erreicht wird. Hierfür existieren unterschiedliche Berechnungsverfahren.

Wartung von RWA-Anlagen

Die Instandhaltung einer RWA-Anlage, die mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden muss, beinhaltet Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung der Anlage. Sie ist unverzichtbar, um Menschen, Gebäude und Sachwerte zu schützen.

Normen und Richtlinien

Bei der Planung und Auslegung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) müssen in Deutschland je nach Gebäudetyp und Nutzung verschiedene Normen, Richtlinien und technischen Regeln für die Dimensionierung berücksichtigt werden.

Glossar

Wichtige Fachbegriffe rund um das Thema Rauchabzug im Überblick.